Es war einmal...

Seite 1 von 3 1, 2, 3  Weiter

Nach unten

Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 9:46 am



...ein Penner, ein Söldner, ein steifes Fräulein und eine Elfe, die gingen in den Wald. So entstand die Geschichte einer magischen Reise von vier Personen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.



Tag 1 - Der Aufbruch




Es war vollbracht. Die erwählte Eskorte gefunden, gepackt und jede Möglichkeit bedacht, die sich als Hindernis in den Weg stellen könnte.

Was noch ausstand, war die Kollegen zu informieren. Briefe. Damit würde es gehen. Nur keine Zeit mehr verlieren, mit langen Gesprächen und Fragen, welche ihre Anspannung nur förderten, statt Erleichterung zu verschaffen.

Gefühlsduseleien. Sie hasste sie.

Das Aufspüren und Bergen einer mutmaßlich verstorbenen Frau klang nicht nach einer sonderlich heroischen Aufgabe. Doch konnte sie nicht weiter, ohne diese kleine Hürde überwunden zu haben, ehe sie sich dem schweren Teil stellen würde. Allein. Danach.

„Wirst du es können?“ hallte die Stimme der Frau in ihrem Kopf. „Ich muss tun, was ich tun muss“, hörte sie ihre Antwort und spürte noch immer den Kloß in ihrem Hals.

Drei Personen hatte sie erwählt, sie zu begleiten. Novizin Conroy, die es bei all dem nicht zu vernachlässigen galt und über eine herausragende Beobachtungsgabe verfügte. Leutnant Jon Teagan, der ihr nicht nur mit seinem Scharfsinn, sondern auch seiner Magie wahre Hilfe leisten und ihren Rücken decken würde. Pere, wohlbekannt bei den Wachen und doch einer der wenigen Menschen, der ihr uneingeschränktes Vertrauen genoss. Drei Individuen, die alle auf ihre Weise der Quel’dorei dienlich wären, nicht zu vergessen wer sie war.

Die Illusion des Falken hatte seinen unermüdlichen Flug beendet, was nun folgte, waren Schritte in der Realität.

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 9:51 am



Abendlieds Tagebucheintrag vom 7ten Tag des 3ten Monats


Wir haben das Rotkammgebirge endlich erreicht, doch als zufriedenstellend würde ich die Suche bislang nicht bezeichnen. Tatsächlich scheinen wir unserem Ziel nicht näher zu kommen. Immerzu zeigt das Objekt eine andere Richtung, obgleich keine Bewegung des gesuchten Ziels zu bemerken ist.
Jon äußerte bereits seinen Verdacht, dass ein „dritter Spieler“ bei unserem Wirken aktiv sei. Ein beunruhigender Gedanke.
Doch wenn Jon einen Zweifel hegt, sollte dies durchaus Beachtung erhalten. Ich sollte mit ihm darüber sprechen, wenn wir alleine sind.

Novizin Conroy schlägt sich doch recht gut, auch wenn ihr die Gesellschaft der Herren vermutlich befremdlich erscheint. Besser, sie lernt es nun, mit solchem Umgang zurecht zu kommen. Wer weiß, wohin ihre Profession sie führen wird. Zu behütet, zu viel Sicherheit. Je eher sie der Realität in die Augen blickt, umso besser.
Das Leben ist nicht sauber, nicht hell oder dunkel und schon gar nicht sicher. Nicht für uns.

Auf dem Weg ins Gebirge haben wir Halt auf Peres kleinem Hof gemacht. Es ist mir rätselhaft, wie dieser Mann an dieses Monster geraten ist und durchaus bin ich froh, dass Novizin Conroy die Frau kaum zu verstehen vermochte. Unter anderen Umständen hätte ich mich vermutlich köstlich darüber amüsiert, dass ein Mann sich eine solche Gefährtin zumutet. Vielleicht bewog ihn auch die Pflicht der entstandenen Frucht einer gemeinsamen Nacht? Das Balg schlief glücklicherweise.

Morgen geht es weiter.
Gerade wünschte ich, Magus Darijan wäre bei uns, auch wenn ich ihn als irritierend empfinde. Logisch betrachtet, wäre er in jeder Hinsicht eine gute Wahl.
Außerdem wäre die Suche nach Anjanette dann vermutlich schon erfolgreich geendet, und ich könnte mich endlich meiner wirklichen Aufgabe widmen. Die mir zudem wohl dann einfacher fiele.

Ich bin zu aufgebracht, um zu schlafen. Dieser Stadt wieder den Rücken zu kehren erscheint mir als angenehme Option, um all den Verwirrungen und Verstrickungen zu entkommen.

Es ist zu viel. So konzentriere ich mich auf jeden einzelnen Schritt. Der nächste wäre der wohl verdiente Schlaf.

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 9:55 am



Tag 2: Zwei und zwei sind fünf. Oder: Der Wald der Verrückte macht




Abendlieds Tagebucheintrag vom 8ten Tag des 3ten Monats


Nachdem mir Jon seine Beobachtungen während des Zuzauberns schilderte, bin ich mir sicher, dass noch eine weitere Entität seine Finger im Spiel hat. Mit dem Dolch ist alles in Ordnung. Mit mir auch, so hoffe ich. Jedenfalls konnte ich weder an dem Dolch eine Manipulation, noch an mir selbst eine Markierung feststellen.
Dennoch sind wir uns sicher, verfolgt zu werden, obgleich Jon keine Individuen ausmachen konnte.

Inzwischen hat es uns in den Dämmerwald verschlagen. Auf dem Weg hatten wir eine Begegnung mit einer Dame, die dem Liebreiz von Peres Gemahlin wahrlich in nichts nachsteht und eindeutig verrückt ist. Jon hat sie schlafen gelegt und gnädigerweise bis nach Dunkelhain getragen, wo er sie der Nachtwache übergeben hat. Eine solch verwirrte Seele in diesen seltsamen Wäldern ist nicht sehr erbaulich.
Ich hoffe Jon ist meinem Rat gefolgt und hat sich und seine Kleidung in ein Bad befördert.

Novizin Conroy schlägt sich weiterhin gut, auch wenn die Reise nicht dem entspricht, was ich ihr zuzumuten gedachte. Mit Pere scheint sie sich gut zu arrangieren. Ich fürchte fast, sie hat mit ihm kokettiert. Das sollte ich im Auge behalten.

Heute ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass es durchaus reizvoll wäre, das Stadtleben wieder hinter mir zu lassen. Wenn ich nur gehorsamer sein könnte, wäre es wahrlich eine Überlegung wert, sich wieder unter das Kommando des werten Leutnants und Hauptmann Klingentänzer zu stellen.
Doch der Gedanke an die verhassten Sanktionen schmeckt wie Galle auf der Zunge.

Ich habe vergessen, Zitterschwänzchen frei zu lassen. Ich hoffe, er verhungert nicht, bis ich wieder da bin.

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 9:59 am




Tag 3: Von verrückten Müttern und freundlichen Onkeln



Abendlieds Tagebucheintrag vom 9ten Tag des 3ten Monats


Wir haben uns heute der Irrsinnigen angenommen, nachdem wir behaupteten, dass wir auf der Suche nach der Mutter meiner Novizin seien, welche den einfallslosen Namen ‚Miss Rose‘ erhielt.
Tatsächlich erwies sich die Dame heute ein wenig zugänglicher, auch wenn sie weiterhin davon schwafelte, dass „er uns holen komme“. Mara, wie die Frau hieß, schien recht angetan von meiner Novizin und den Herren, während ich mit willkommener Ignoranz belohnt wurde.
So fanden wir heraus, dass sie selbst eine Arkanistin war. Wenn ich so ende wie sie, fordere ich einen würdevollen Tod.
Mara nahmen wir als vermeintliche Mutter der ‚Miss Rose‘ mit. Der Verfall machte sich deutlich bemerkbar. Ein grauenvoller, entwürdigender Tod.
Wir taten gut daran, sie zu töten. Schnell, schmerzlos.
Novizin Conroy wollte es sich unbedingt ansehen. Auch wenn ich Vorbehalte hatte, tat ich vielleicht gut daran, ihr diese Erfahrung zu gewähren.
Nichts bleibt hier draußen vom Glanz und der Bequemlichkeit der Akademie. Hier im Dreck vermag man kaum seine Hände sauber zu halten.
Ich empfand Erleichterung. Mögen meine Gefährten mich ebenso erlösen, sollte mich ein solches Schicksal ereilen. Mögen sie nicht zögern. Das Selbe täte ich für sie.

Inzwischen hegen wir keinen Zweifel daran, dass eine Begegnung mit ‚ihm‘ unumstößlich ist. Ich wage nicht meine Novizin zurück nach Sturmwind zu schicken. Wenn bislang meine Zauber manipuliert wurden, möchte ich mir wahrlich nicht ausmalen, was nun geschähe, würde ich sie nach Sturmwind teleportieren. Mir ist das Risiko zu hoch.
Vermutlich verweilen wir an Ort und Stelle. Wir harren aus, wie warten auf unserem erwählten Schlachtfeld, auf dass er endlich kommen möge. Morgen sollten wir mit den Vorbereitungen beginnen.

Sollte es sich in einem ruhigen Moment ergeben, sollte ich mit meiner Novizin über Pere sprechen. Nicht, dass sie im Angesicht eines möglichen Endes einen Fehler begeht.


Zuletzt von Liyaniel am Fr Okt 06, 2017 9:08 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 5:29 pm



Tag 4: Von Einkaufsgelüsten und Aussprachen


Abendlieds Tagebucheintrag vom 10ten Tag des 3ten Monats:


Ich habe heute Morgen das Gespräch mit meiner Novizin geführt. Obgleich sie beteuerte, meine Befürchtungen seien nicht begründet, bin ich dennoch davon überzeugt, dass sie sich Pere zugeneigt fühlt. Als hätte ich diesen sehnsüchtigen Blick nicht bemerkt. Dennoch hoffe ich, sie kommt zur Vernunft.
Keine Zeit mehr für solche Dinge.

Jon überbrachte mir heute Maras Glöckchen, welches ich einer Analyse unterzog. Eine seltsame Art, ein Arkanes Objekt zu kodieren. Augenscheinlich hatte die Dame einen Hang zur Melodramatik.
So wurde die Verzauberung aktiviert, indem das Glöckchen geläutet wurde. Schlicht ein Mittel um ihre Zauber zu forcieren.

In einer Besprechung gingen wir unsere Möglichkeiten durch.
Würde ich die Manipulation eines Teleports nicht fürchten, würde ich die Gruppe geradewegs nach Sturmwind befördern. Manch ein Kollege würde sich vermutlich die Finger nach einem in Aussicht gestellten Kampf lecken.
Ich wünschte, Sir Avrim wäre bei uns.
Auch wenn Pere es vermutlich vorziehen würde, wenn wir nach Sturmwind zurück gingen, haben wir beschlossen, uns dem Kampf zu stellen. Wir werden hier ausharren, bis er kommt. Und ihm einen Empfang bieten, der ihm deutlich machen wird, dass wir niemals kampflos aufgeben werden, weniger noch seine Spielfiguren sind, die er nach gutdünken durch Azeroth lenken kann.
Verflucht sei dieses Individuum.

Während Jon auf Erkundung war, haben Pere und Novizin Conroy sich in das nahe gelegene Dorf Dunkelhain aufgemacht. Ich hoffe, sie haben dort Brennmaterial gefunden. Es könnte unserer Sache dienlich sein.
Wir werden ihm eine Falle stellen.
Ich habe einige Alaramzauber um das Areal platziert, jedoch genug Raum gelassen, um den Zugang zu uns zu gewähren. Am Ende wird es eine ewige, beidseitige Warterei.
Weiterhin die Illusion am Eingang der Scheune erneuert und verstärkt.

Mich packt die Mordlust. Wenn ich das hier überlebe, wer wird der nächste sein? Ich hasse die Antwort.
Es ist noch Nacht. Muss weiter schlafen…


Zuletzt von Liyaniel am Fr Okt 06, 2017 9:09 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 5:32 pm



Tag ??? : "Operation Erdferkel" oder "Ein Buch schlägt zurück"



Abendlieds Tagebuch - Die Nacht nach dem Kampf


Es ist vorbei.
Wir haben es überstanden. Pere wurde verwundet, wird sich aber ebenso erholen wie Novizin Conroy, die nun wieder zu schlafen scheint.
Im Morgengrauen suchte er uns heim, während wir uns auf den Hügeln verschanzt hatten. Der Nebel nahm uns die Sicht, doch spürte ich seine Präsenz und jene seiner Zauber. Das Baby. Kinder waren mir schon immer suspekt, doch wenn sie im Nebel liegend schreien und schließlich explodierend in unsere Richtung fliegen, mag ich sie noch weniger.

Mein Kopf schmerzt. Dieser Bastard eines mutierten Trolls ließ sich nicht in die Scheune locken und aktivierte immer wieder meinen Alarmzauber. Noch immer schmerzt mir der Kopf. Es machte mich schier WAHNSINNIG.

Ich bin froh, Novizin Conroy nicht nach Sturmwind teleportiert zu haben. Denn als die Untoten auf den Hügel stürmten, und ich uns zur Hütte teleportieren wollte, ging es redlich schief. Wer weiß, wo die Novizin sich wiedergefunden hätte, hätte ich mich bemüht, sie in Sicherheit zu bringen.
Fand mich im Nebel wieder und konnte wohl nur mit Glück den Angriffen der Skelette entgehen.
Es gelang mir einen dieser garstigen Gerippe zu bannen, ebenso wie den Nebel.
Ein grausiges Bild tat sich auf: Novizin Conroy, die sich aus dem Dreck erhob und dem Nekromanten geradewegs das Schwert in den Rücken und das Buch über den Kopf schlug. Zu nah, zu wenig Sicherheit. Leichtsinniges Kind. Mutiges Kind.

Der Nekromant erhob sich ein weiteres mal. Eine scheußliche Gestalt, dessen Anblick einem das Blut in den Adern gefrieren ließ.

„Bedenkt, dass die Sicherheit Eurer Novizen oberste Priorität hat, Magistrix Abendlied.“ – Ich erinnerte mich in jenem Moment zu gut an die Worte meines Lehrmeisters Magister Feuersturm. Unvergessener Mentor und alter Freund.

Was ist das eigene Leben wert, wenn man seine Novizen ihrem Schicksal überlässt?
Der Bastard kanalisierte einen Zauber auf Novizin Conroy. Meine Zauber schienen wirkungslos, so warf ich mich in meiner Verzweiflung auf meine Novizin. Jeden von ihnen hätte ich auf diese Weise zu schützen versucht, doch manchmal, da muss eine Wahl getroffen werden. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer.

Noch immer konnte ich mein Wirken nicht auf den Nekromanten konzentrieren, da bereits ein Ghul angriff, den ich erledigen konnte, während Jon sich mit dieser Schauergestalt mühte. Tapferer Jon. Fähiger Jon. Jederzeit würde ich ihm mein Leben anvertrauen. Jederzeit das Leben jener, die mir nahe stehen. Mich jederzeit seinen Befehlen in einer Schlacht fügen. Scharfsinniger Jon. Furchtloser Jon.
Mit einem Feuerball konnte ich den Nekromanten erledigen. Bedauerlicherweise auch Jons Schwert, das noch in ihm steckte. Er wird einen würdigen Ersatz erhalten.

Vor der Schlacht, die drückende Stille. Nach der Schlacht, Stille. Ein Moment, der einer Ewigkeit gleich kommt, wenn sich die Sinne auf die Umgebung konzentrieren, auf das Nahen eines weiteren Feindes lauschen.

Bis man es begreift. Es ist vorbei.


Zuletzt von Liyaniel am Fr Okt 06, 2017 9:10 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 5:35 pm



Tag???: "Von herrischen Elfen und handzahmen Söldnern" oder  "Dem schier endlosen dunklen Wald"



Abendlieds Tagebuch


Ich weiß nicht, welcher Tag heute ist. Ob Tag oder Nacht. Dieser elende Wald bringt einen durcheinander.
Sind weiter nach Westen gezogen und haben Maras Hütte einen kurzen Besuch abgestattet. Nebst Arkaner Magie scheint sie eine Schwäche für amourösen Nahkampf gehabt zu haben. Ebenso scheint der Nekromant nach Jon die Hütte ein weiteres Mal betreten zu haben. So verrieten es ihm die Spuren.

Jon ist der Ansicht, Mara habe vornehmlich Nethermanten und Nekromanten im Fokus gehabt. Die Ehefrau unseres ‚Freundes‘ habe er in ihrem Keller gefunden. Tot.
Mir war nicht danach, auch jene Räumlichkeiten näher zu untersuchen; der Gestank im Haus war unerträglich.
Warum und wer uns nun in den Wald lockte, will sich uns nicht erschließen, doch sollte Mara nicht unbedingt eine Freundin gesucht haben, wäre es naheliegend, dass der Nekromant uns herbrachte. Oder eine weitere Person?
Es ist wirr.

Inzwischen sind wir in einem kleinen Lager der Nachtwache an der Wegkreuzung zum Schlingendorntal. Pere und Novizin Conroy mit langen Märschen unnötig zu belasten, scheint mir nicht vertretbar. Sie brauchen Ruhe, müssen wieder zu Kräften kommen.

Es wäre besser, sie alle heim zu bringen. Die Enttäuschung auf ihren Gesichtern, als ich dies ankündigte, hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Ich weiß um meine Pflicht entsprechend der Gesetze Sturmwinds. Doch weiß ich auch um die Regularien. Novizen haben bei derartigen Einsätzen nichts zu suchen.
Die Konfrontation mit dem Nekromanten war unvermeidbar. Alles was nun kommt, liegt in unserer freien Entscheidung.
Freie Entscheidung. Eine Illusion.

Finde keinen Schlaf.


Zuletzt von Liyaniel am Fr Okt 06, 2017 9:11 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 5:39 pm



Tag ? : "Das etwas andere Dornröschen" oder "Elfen fangen leicht gemacht"





Abendlieds Tagebuch


‚Magische Gebiete, vielfältige Typen von Magie oder starke lokale magische Ausstrahlungen können schwache Auren verfälschen oder kaschieren‘

Natürlich gilt es dies zu beachten.
Bücher. Sie mögen das Wissen wahren, doch können sie kaum die wertvolle Erfahrung ersetzen. Auch wenn es Erfahrungen gibt, auf die man gerne verzichten würde.
Ein Meister der Weissagung hätte die vielen überlagerten Auren und Strukturen vermutlich besser entschlüsseln können und die Fallen entdeckt. Meine Wenigkeit zog es vor, geradewegs in das scheußliche ‚Gefängnis‘ zu laufen.

Während Novizin Conroy sich daran machte eine Quelle zu finden, welche die Falle mit Energie speiste, bekamen wir noch weiblichen Besuch. Weiblich im Sinne einer menschlichen Frau, wie ich vermute. So schrecklich unästhetisch der Körperbau. Plump und viel zu breite Hüften.  Ihr Gesicht hatte die Dame verhüllt. Wer weiß, welches Grauen sich darunter befand?
Elendes Weib. Sie näherte sich aus dem Schatten und schien Pere und Jon im Fokus zu haben. Ein läufiges Weibchen allein im Wald der Irrsinnigen.
Wie Irrsinnige gaben sich auch unsere Herren. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ein mir wohl bekannter Zauber, wenn ich darauf aus bin, meinen Gegner zu entwürdigen.

Glücklicherweise hielt es nicht lange an, so konnten sie das Weibsbild mit Pfeil und Bolzen erwischen.

Alles Weitere entzieht sich meiner genauen Kenntnis. Ich war ja in meiner ‚Residenz‘.
Jon begab sich zu der Dame, die auf dem Boden lag. Was auch immer dort geschehen ist, Jon fiel plötzlich um, da ihre Zauberreflexion seinen Schlafzauber auf ihn zurückwarf, während sie explodierte! Wenn es man es so nennen kann. Es schien sich mehr nach innen zu richten.
Dies kann uns durchaus recht sein, eine solche Sauerei hätte ich wahrlich nicht ertragen.

Novizin Conroy fand den Fokus für mein Gefängnis schließlich auf einem Baum. So konnte ich befreit und der gute Jon wieder geweckt werden.

Haben uns nach Rabenflucht begeben und von einem hiesigen Mann die Erlaubnis erhalten, uns hier zu erholen. Es hat mich einige Münzen gekostet, doch soll es mir recht sein, wenn wir ein wärmendes Feuer haben und nicht mitten im Wald nächtigen müssen.

Auch wenn Pere und Novizin Conroy sich nie wirklich beklagten – wir brauchen Ruhe.

Habe Dreck unter den Nägeln. Ich sollte zusehen, dass ich endlich wieder ein Bad bekomme. Und Tee. Und Gebäck. Beim Sonnenbrunnen, da tun sich nun zu nächtlicher Stunde die Sehnsüchte auf. Ein Stück Torte… Und wenn es nur das Sahnehäubchen wäre.


Zuletzt von Liyaniel am Fr Okt 06, 2017 9:12 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 5:40 pm



Tag ??? – Im Westen nichts Neues oder auch: Urlaub in Rabenflucht



Abendlieds Tagebuch


Habe Fred bezaubert.
Dass er uns für den Aufenthalt hier um einige Münzen erleichtert hatte, nehme ich ihm übel. So gab es heute immerhin heißen Tee und eine Kleinigkeit zu Essen. Auch einen Eimer frisches Wasser brachte er uns.
Ich sollte den Zauber auf ihm aufrecht erhalten, solange wir uns hier aufzuhalten gedenken.

Ich fürchte, Pere hat ein Auge auf meine Novizin geworfen. Und sie auf ihn. Des Anstands willen sollte ich die beiden nicht mehr aus den Augen lassen. Doch tatsächlich scheint sie die Vorzüge unserer Begleiter erfasst zu haben. In jeder Hinsicht.

Novizin Conroy scheint die Meditation bereits geläufig zu sein. Ich zweifle nicht daran, dass sie es täglich üben und praktizieren wird. Ich stellte ihr frei, Kontakt zu den anderen Magiern der Akademie aufzunehmen, um sich ihre Vorgehensweise erläutern zu lassen. Doch scheint ihr meine Methode bereits zuzusagen.
Werde die nächste Zeit weiterhin mit ihr den Zauber ‚Magie entdecken‘ üben. Ich bin wahrlich erfreut, über welche Auffassungsgabe meine Novizin verfügt. Da steckt ein angenehmes Talent in der jungen Frau, die in jeder Hinsicht gefördert werden sollte.
Diese Reise scheint ihr trotz aller Unannehmlichkeiten gut zu tun. So wagt sie sich beizeiten aus ihrem Schneckenhaus, teilt sich mit, ohne es je an Respekt mangeln zu lassen.
Ein Juwel der Novizenschaft unserer Abteilung.

Pere erging es heute ebenso besser. Er hat sich früh zur Ruhe begeben und scheint gut zu genesen. Ein tapferer Mann. Ein treuer Freund.
Doch sollte er sich meiner Novizin unschicklich nähern, hänge ich ihn an seiner Männlichkeit auf und lass ihn baumeln, bis er von selbst wieder herab fault.

Jon. Ich mag ihn einige Jahre kennen, doch ihn mit Hilfe arkaner Zauber zu ergründen, ergab interessante Ergebnisse. Doch auch ohne meinen Fund wäre er ein interessantes Studienobjekt.
Studien an der Rasse Mensch – eine Abhandlung von Liyaniel Abendlied über die geheimnisvollen Vertreter eines kurzlebigen Volkes.

Ich beginne mich zu langweilen.

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Liyaniel am Di Sep 20, 2016 5:43 pm



Tag ? – Der Wald der Verrückte macht, Teil 2. Oder: Von lauschigen Plätzchen und schönen Bädern



Abendlieds Tagebuch


Der neue Tag bricht bereits an, ohne dass ich überhaupt Schlaf gefunden hätte.
Meine Hand schmerzt ein wenig. Glücklicherweise kann ich meine Finger wie gewohnt bewegen.

Heute werde ich ein Bad nehmen. Ein wenig fürchte ich mich davor.
Dank Jon werde ich wohl nie wieder ein Bad nehmen können, ohne an seine Fantasien erinnert zu werden, die nun meine Gedanken vergiftet haben.
Dafür hat er den Fausthieb wahrlich verdient.
Viel reden, wenn eine Antwort erwartet wird und man sie schlicht nicht geben will. Die Aufmerksamkeit umlenken, eine Erklärung erfinden, mit der sich der Gesprächspartner zufrieden gibt. So lassen sich Wahrheiten auch ohne Illusionen verschleiern.
Den Eindruck erwecken, man habe nun völlig den Verstand verloren und würde sich mit Nichtigkeiten quälen.
Ich denke, er hat es mir geglaubt.
Wenn er derartige Bemerkungen unterlässt, werde ich sicher auch wieder klarer in meinem Kopf.
Nein, ich wage nicht, seine Äußerungen nieder zu schreiben. Damit würde ich sie in der Wirklichkeit fixieren. Und ganz sicher werde ich nie wieder mit ihm die mangelnde Notwendigkeit der Einhaltung moralischer Vorstellungen kommunizieren. Das bringt nur seltsame Gedanken, auch wenn die grundlegende Thematik eine ganz andere war.
So ging es ursprünglich um die Bezauberung anderer Personen, um unseren Aufenthalt in Rabenflucht angenehmer zu gestalten.
Ich brauche Fred. Und meinen Tee.

Während die anderen schliefen, haben Jon und ich das Friedhofsgelände hinter Rabenflucht ausgespäht. Wenn man die Struktur der Fallen verstanden hat, ist es nicht schwer sie zu umgehen. So konnten wir uns zu einem Hügel vorarbeiten.
Auf der Oberfläche war nichts zu erkennen. Doch deutlich sind die ‚Ausdünstungen‘ nekromantischer Magie zu spüren. Seltsam, dass noch niemand darauf aufmerksam wurde.
Jon konnte drei Lebende Entitäten ausmachen. Vermutlich ein Meister und zwei Akolythen. Und Untote. Viele. Welcher Art auch immer. Dort hinein zu laufen, wäre Selbstmord.
So trafen wir die Entscheidung, es zu melden. Jon sprach von einem Kontaktmann, zu dem er nun aufgebrochen ist, um Verstärkung zu ordern.
Wir werden sie heraus locken. In unsere Fallen, die ich, nach meinem hoffentlich bald einkehrenden Schlaf, vorbereiten werde.

_________________
"Wenn Du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest Du den Kopf nicht hängen lassen."
avatar
Liyaniel
Kollegium

Anzahl der Beiträge : 175
Anmeldedatum : 17.09.16
Alter : 39

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Es war einmal...

Beitrag  Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 1 von 3 1, 2, 3  Weiter

Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten